Eine Wanderung durch den verwunschenen Bannwald am Zweribach

30
Mai

Im Herrgottswinkel des Schwarzwalds gibt’s eine Ecke, die ist so wild, steil und urwüchsig wie kaum eine andere im Hochschwarzwald. Eine Wanderung durch den verwunschenen Bannwald am Zweribach – Klettern, Wasser, Abenteuer!

Eiserne Brücke beim mittleren Fall des Zweribachs

Lang war dieser Schwarzwald-Winter, so lang, dass jetzt noch, Ende April, die Wiesen rund um den Plattenhof mehr gelb als grün sind. Nun aber streift ein lauer Wind über die Bergflanken, treibt die Wolkenfetzen Richtung Kandelgipfel und schmilzt die letzten weißbraune Flecken hartgebackenen Firns am Waldsaum. Wir laufen auf einem engen Asphaltsträßchen, das erst in einen Schotterwerg mündet, um kurz darauf zum schmalen Steig zu werden. Dann ein Schild. „Bannwald“ steht darauf. Und dass hier „der Urwald von Morgen“ entsteht. Dazu eine Telefonnummer der Bergrettung. Dahinter krümmt sich der Pfad in steilen Schleifen zwischen kräftigen Baumstämmen den Hang hinab.

Mit dem Bus sind wir in der Früh von St. Peter heraufgekommen. Um kurz vor zehn standen wir dann, die leichten Tagesrucksäcke auf dem Rücken, mitten im Wald auf der Kandelstraße. Neuwelt heißt der kleine Weiler und von dort aus stapften wir eine halbe Stunde lang bergan auf der kleinen steilen Straße. Keine Autos, dafür gluckerte der Glotterbach fröhlich in den vom Schmelzwasser noch satten Matten. Weit verstreute Einzelhöfe prägen die Kulturlandschaft hier oben, so wie sie es seit Jahrhunderten tun, nur dass die Walmdächer heute anstatt mit Schindeln oder Stroh mit Ziegeln gedeckt sind – und so manch eines trägt eine moderne Solaranlage. Über den Urgraben erreichten wir die Hochfläche, die Platte oberhalb von St. Märgen und St. Peter, die kurz hinterm aufgestauten Plattensee jäh ins Simonswäldertal abfällt. Und auch uns zieht’s hinab in den „Urwald von Morgen“!

Auf einer lieblichen Lichtung mit Schutzhütte und Kapelle stand einst der Brunnenhof, ehe er 1984 – längst nur noch als Ferienhaus genutzt – abbrannte.

Hier krallen sich kleine Gütle an den Steilhang, hier rauscht der Zweribach ins Tal: „Eis und Schnee und Wasser haben da einen Dumpf, dort einen Ebel in den Hang gedrechselt und gehobelt, daß kleine runde See sich bildeten, von denen aber nur noch etwa ein Moos übrig geblieben ist. Auch im Zweribach haben Eis und Schnee und Wasser ihr Werk getan und ein wildes Tal in den Berg genagt; sie haben dem Berg das Fleisch ab den Knochen geschunden, daß die blutten Schrofen heute noch herausstehen.“ So hat der alte St. Märgener Förster Fritz Hockenjos in den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts in einem kleinen Büchlein den Zweribach beschrieben: „Ein häldiges, steiniges Loch“, schrieb Hockenjos damals – und so ist es bis heute „im Zweribach da hinten“.

Jetzt die ganze Geschichte lesen auf www.hochschwarzwald.de

 

 



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