#AktivHerbstAlb – Kurzurlaub für die Seele

4
Nov

Hinterher ist es jedes Mal so, als wäre ich sehr weit weg gewesen. Nicht räumlich, aber gedanklich …

Am letzten Oktoberwochenende, als die Uhren umgestellt wurden, waren wir unterwegs auf der Mittleren Schwäbischen Alb – und zwar dort, wohin sich nur wenige Wanderer verirren, wo es nur Sträßle gibt und keine Straßen, wo man stundenlang durch Wald und Feld reiten kann.

Zunächst kamen wir an Mehrstetten vorbei. In der Ferne konnte man sogar die Alpen erahnen. Dann trugen uns die Pferde und Maultiere sicheren Schrittes das kaum bekannte, aber wunderschön herbstlich leuchtende Arbental hinab. Von wegen Albhochfläche, ganz schön tief hinunter ging es da. Unten angekommen querten wir im Schandental die Bahnlinie, auf der heute nur noch die Albbahn verkehrt, die früher aber der Versorgung der Truppenübungsplätze Münsingen und Haid diente.

Beim steilen Anstieg im Heiligtal konnten wir den Blick in den Wald schweifen lassen: Die Sonne leuchtete durch den Dunst und die bunten Blätter, während die Reittiere mit ihrem anfänglichen Winterfell bei den ungewöhnlich milden Temperaturen ziemlich ins Schwitzen kamen. Doch bald war es geschafft und sie durften sich ausnahmsweise über das Fallobst am Wegesrand hermachen, bevor es auch für die Reiter ein leckeres, regionales Picknick gab.

Am Nachmittag machten wir nicht mehr so viele Höhenmeter, konnten aber den einen oder anderen Trab und Galopp genießen. Landschaftlich sahen wir vieles, das die Schwäbische Alb ausmacht: Buchenwälder, Wacholderheiden und immer wieder weite Blicke über die Hochfläche.

Schließlich erreichten wir die Wanderreitstation in Dächingen, wo wir sehr herzlich begrüßt wurden. Tiere wie Reiter wurden hervorragend versorgt. Bedenken gab es nur, als wir sahen, wie sich die Mulis arttypisch sofort im Matsch wälzten. Wer das wohl am nächsten Tag alles wieder rausbürsten musste?!

Die Zeiten, in denen man in den Gasthöfen auf der Schwäbischen Alb nur Kässpätzle, Schnitzel und Zwiebelrostbraten bekam, sind nun auch vorbei. Nichts gegen diese Gerichte, doch fiel die Wahl auf eine leckere Kürbissuppe sowie Alblinsen mit rohem Schinken vom sogenannten Alblinsenschwein und Linsenbrot. Perfekt. Und der Nachtisch durch nichts zu übertreffen.

Nach einer erholsamen Nacht, dem Frühstück mit frisch im Holzofen gebackenen Brötchen sowie einem kleinen Einkauf im Hofladen spazierten wir zur nur wenige Meter entfernten Wanderreitstation. Ausgiebiges Putzen, Satteln, Verabschieden, dann ging es los.

Auf einer alternativen Route ritten wir zurück durch die hügelige Landschaft, durch oktober-goldene Wälder, an immer noch grünen Wiesen vorbei und an abgeernteten Feldern. Die Sonne strahlte vom blauen Himmel, so dass uns auch beim Picknick in wunderschöner Umgebung nicht kalt wurde.

Durch die Zeitumstellung stand die Sonne dann schon recht tief, das Licht verzauberte den Wald immer mehr. Wie lange waren wir schon unterwegs? Stunden, Tage, Wochen? Für ein Wochenende haben wir die Zeit vergessen. Haben uns so sehr auf die Tiere, die Landschaft und die Mitreiter konzentriert, dass das, was sonst so wichtig erscheint, plötzlich ganz weit weg war. Nach einem gemütlichen Ausklang trennten sich unsere Wege wieder. Bis zum nächsten Wanderritt über die Schwäbische Alb!

Wanderritte: www.wanderreiten-alb.de
Rittführung: www.albritte.de
Wanderreitstation: www.albwege.de
Unterkunft: www.krone-daechingen.de



Keine Kommentare »


RSS feed for comments on this post. TrackBack URL



Leave a comment



<   Zurück